Momente

  1. Momente kann man nicht festhalten
  2. Momente wiederholen sich nicht

Zu Punkt eins möchte ich ein Beispiel geben:

ich erlebe einen wunderschönen Sonnenuntergang an der Nordsee. Tausendmal habe ich schon versucht einen solchen auf einem Foto festzuhalten. Ich weiß daher, dass es mir eh nicht gelingen wird und versuche es dennoch. Mit verschiedenen Einstellungen, verschiedenen Motiven im Vordergrund usw.. Es wird trotzdem nicht so, wie ich es haben will. Als ich meinen Blick von der Kamera löse, ist der leuchtende, rote Ball bereits hinterm Horizont verschwunden.

Der nächste Sonnenuntergang kommt bestimmt. Und damit eine weitere Chance für mich auf den Moment zu besinnen?

Die Chance kommt, aber der Moment ist nicht derselbe. Der vergangene Sonnenuntergang ist bereits eine Erinnerung und kommt so nicht zurück. Ähnlich ist es mit zwischenmenschlichen Momenten: es kann sein, dass eine ähnliche Situation nochmals auftritt – der Moment hingegen ist wieder neu.

Wenn ich festhänge in einer Dauerschleife, wie in „Und täglich grüßt das Murmeltier“, dann ist das eine klare Botschaft: schau hin! 

Es geht um die Vergegenwärtigung, das erfassen meines „ist Zustands“. Wo stehe ich gerade in meinem Leben? Was wollen meine Emotion, was will mein Körper mir mitteilen?

Erinnerungen und zukünftige Ereignisse sind nur sehr bedingt beeinflussbar und gehen gern ihren eigenen Gang. Das dürfen sie auch.

Was bleibt ist der Moment. Im Strudel des Alltags ist es oft schwer diesen wahrzunehmen. Aber schon ein paar Minuten am Tag bewirken Wunder. Kleine Momente im Hier und Jetzt sind spürbar.

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