50 shades of silence๑

Die gibt es bestimmt – ich werde mich allerdings auf ein paar wesentliche Punkte beschränken.

STILLE

Es gibt diese wunderbare Stille. Eine angenehme Stille, in welcher man die berühmte Stecknadel fallen hören kann und sich wohlfühlt.

Genau dieser Moment kann zugleich sehr unangenehm empfunden werden: aus Angst ob der fehlenden Geräusche, zum Beispiel.

Das gleiche gilt für die innere Stille. Ich kann eine wohltuende Gedankenruhe spüren oder vielleicht eine erschreckende Stille. Dahinter steckt die Angst, vor dem was gerade nicht da ist, aber jederzeit auftauchen könnte, um uns zu stören.

SCHWEIGEN

Schweigen ist ein Mittel der Kommunikation. Selbst wenn nichts gesagt wird, wird kommuniziert. Das Schweigen zwischen zwei oder mehreren Menschen kann unglaublich schön sein. Es muss nichts gesprochen werden, um miteinander im Einklang zu sein, in einem Moment, der für ewig bleibt.

Schweigen kann natürlich auch zahlreiche Dissonanzen in sich bergen. Viele Menschen halten Redepausen nicht aus. Es muss immer irgendwas gequatscht werden, selbst das Wetter ist interessanter, als die „Gefahr“ des Schweigens.

Schweigen ist ein Kommunikationstool sowohl für gute, als auch für unfeine Zwecke. Besonders schön ist es, wenn durch das Schweigen plötzlich eine Tür aufgeht: es wird etwas geäußert, wozu vorher der Mut gefehlt hat. Nähe entsteht.

Die dunkle Seite ist der manipulative Einsatz des Schweigens: über Tage, Monate, Jahre. Stonewalling oder ghosting sind die neuen Wörter. Ich denke, dass meist beide Seiten darunter leiden und verletzt sind. Damit werden Türen geschlossen, Trauer und Distanz bleiben.

RUHE

Durch Stille und Schweigen kann tiefe innere und äußere Ruhe entstehen. Eine Superpower. Oft wird diese Superpower ruhigen Menschen zugestanden. Hier lohnt ein zweiter Blick: ist die Ruhe echt, oder brodelt es unter der Oberfläche? Ist die Ruhe voller friedlicher Gelassenheit oder nur antrainiert, um nichts „Falsches“ zu tun oder zu sagen?

Die Stille, das Schweigen und die Ruhe haben viele Gesichter. Sie sollten bewußt wahrgenommen werden, um neue Räume für das Sein zu schaffen.

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