Das klingt doch erstmal nach einer charmanten Einladung an den Gesprächspartner, die Karten offen zu legen. Ähnlich ist: “ was meinst Du dazu?“
Ich benütze gerne solche Fragen. Vor allem dann, wenn ich von mir selbst nichts preisgeben will. Ist die Antwort/ Reaktion nicht in meinem Sinne, kann ich dementsprechend reagieren, ohne dass ich „aufs Glatteis“ musste.
Oft steckt dahinter Angst. Die Angst davor, dass die Reaktion meines Gegenübers nicht so ist, wie ich es erhofft habe. Oder noch schlimmer: er/ sie feuert zurück und verletzt mich zutiefst emotional.
Ist dann Fragen stellen besser als Reaktionen zu erhoffen? Erhoffen und erwarten gehen oft Hand in Hand. Ich denke, wenn man Erwartungen hat, ist man schon falsch abgebogen – zumindest im privaten Bereich. Auf professioneller Ebene gilt natürlich (meistens): wer fragt, der führt.
Jetzt kommt das ABER. Wenn ich mal nur ich bin, und keiner bestimmten Rolle folge, dann empfinde ich es als wichtig, dass ich sagen darf, was ich empfinde. Ohne vorher zu überlegen, wie die Reaktion darauf sein könnte.
Das ist kein Kontrollverlust, sondern ein zurück in die Handlungsfähigkeit. Es ist doch schön, selbst etwas in die Hand zu nehmen, ohne immer Erwartungen erfüllen zu müssen.
Es braucht Mut, Kraft und Akzeptanz – und ganz viel Liebe – zu Dir selbst.
