Ent-Täuschungen sind wunderbar 

Worin liegt das Wunder in einer Enttäuschung? Eigentlich ist es ganz einfach: eine Täuschung wird entdeckt, eine Illusion wird enttarnt. Das ist großartig und sollte mit Dankbarkeit verbunden werden. 

Sollte bedeutet: auch hier ist eine differenzierte Betrachtung nötig. Es gibt zwei Seiten: entweder ich habe jemand enttäuscht oder ich bin enttäuscht worden. In beiden Fällen muss mit der Gegenseite geklärt werden, ob eine Täuschung tatsächlich vorlag und ob diese bewusst oder unbewusst eingesetzt wurde. Hier kommen die Erwartungen ins Spiel. Waren die Erwartungen von Anfang an zu hoch und haben zwangsläufig zur Enttäuschung geführt? Manche Kalenderblattweisheiten legen uns nahe, dass das große Glück da wartet, wo keine Er-wartungen sind. Das ist nicht so einfach umzusetzen, finde ich. Mit den Erwartungen gehe ich lieber den Mittelweg, mit Tendenz nach oben: es könnte gut werden.  

Wenn die Ent-Täuschung nicht von beiden Seiten als solche anerkannt wird, entsteht oft der große, graue Elefant (er ist da, jeder weiß es, aber keiner spricht über ihn). In Beziehung zweier oder mehrer Personen, kann dieser gerne dauerhaft mitgetragen werden – häufig unbegründet bzw. Begründet in Missverständnissen. 

Sind die Fronten geklärt, die Täuschung ist verpufft, dann finden wir eine wunderbare Neustart Möglichkeit. Wir wissen, woran wir sind und können nach vorne schauen. Das ist doch wunderbar! 

2 Kommentare zu „Ent-Täuschungen sind wunderbar 

  1. Ja, der Artikel beschreibt das sehr gut, das mit den Ent-täuschungen auf zwischenmenschlicher Ebene, hab Ich soweit gut verstanden, glaube ich. Womit Ich noch Probleme habe, sind die Enttäuschungen von mir Selbst, wenn Ich wieder nicht meine Ziele erreicht habe, oder Träume zerplatzt sind. Da fehlt mir manchmal noch der richtige Ansatz dazu. Hast Du dazu vielleicht auch einen guten Tipp? Besten Dank Dirk

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    1. Vielen Dank für Deinen Kommentar! Zunächst denke ich hier an den eigenen Kritiker (der bei mir auch manchmal sehr laut ist) und einen wohlwollenderen Umgang mit einem selbst. Ich vergleiche den Weg zum Ziel, gerne mit einer Wanderung: ich bereite mich vor, lese die Karte, checke das Wetter usw. Dann ist es soweit, ich steh mitten im Wald und ein Weg der da sein müsste, laut Karte, hört auf. Die Zeit wird knapp und ich habe keine Ahnung, wo es weiter geht. Das kann zu einer Enttäuschung von mir selbst führen, weil es doch alles perfekt geplant war. Mein Tipp wäre jetzt, diesen Frust – über eine Situation, für die ich bedingt oder unbedingt verantwortlich bin – in etwas Gutes umzuwandeln. Mit etwas Abstand nochmal hinschauen, ein paar Schritte zurückgehen und weiter versuchen. Ein neuer Weg wird sich auftun 😊 liebe Grüße

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