Kopfzeugs im Sport

Dieses Wochenende haben mich zwei Sportereignisse fasziniert:

  • Alex Honnold klettert free solo auf den Taipei 101 live auf netflix
  • das Hallenfussballturnier bei uns im Ort für Kinder- und Jugendmannschaften

Beides hat viel mit Kopfzeugs zu tun, und ist deswegen so interessant für mich.

Als Kletterer weiß man, dass es für Alex Honnold klettertechnisch nicht besonders herausfordernd war, den Taipei 101 zu erklimmen. Er hatte sich ja bereits am El Capitan beim free solo filmen lassen. Dennoch finde ich es bemerkenswert, dass er in 500m Höhe ungesichert eine Strickleiter hochklettert. Das ganze nachdem er geschmeidig, gleichförmig und überhängend schon über eine Stunde unterwegs war. Sein Kopf ist megastark; seine Angst schaltet sich später ein, als bei uns Normalos. Das hat er medienwirksam genützt.

Und beim Fussball? Was gibts da für Kopfzeugs? Ich denke an Impulse und Emotionen, und deren Kontrolle bzw. Regulation. Die „schlechte“ Nachricht ist, dass ich „gegen“ meine Emotionen nicht viel ausrichten kann. Ich kann sie beobachten und reflektieren. Aber unsere Kleinen – können die das schon? brauchen die eigentlich von Anfang an mental coaches? Ich würde sagen: Nein. Dennoch sollte es ab einem gewissen Alter möglich sein, Handlungsimpulse (ausgelöst durch Emotionen) nicht unmittelbar umzusetzen. Es sollte möglich werden kurz innezuhalten, den Fokus im Moment zu halten und den Emotionen erst nach dem Abpfiff freien lauf zu lassen. Alles Kopfzeugs, das gelernt werden kann.

Was mir leider auch aufgefallen ist, sind Trainer, in Form von Brüllaffen, die den Schiedsrichter bedrohen. Trainer sind Vorbilder für die Kinder und prägen oft für das restliche Leben. Darüber sollten wir Trainer uns immer im Klaren sein. Wir vermitteln immer nicht nur Fachwissen, sonderen auch Werte und Sozialkompetenz.

Woher habe ich den Begriff „Kopfzeugs“ eigentlich? von meinen Sohn 🙂

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