Warum sehne ich mich nach Langeweile, während meine Kinder sie manchmal kaum aushalten können?
Früher hatte ich auch Langeweile. Diesen Zustand empfand ich unangenehm bis zuweilen sogar quälend. Heute gibt es noch einen ähnlichen Zustand, wenn ich zum Beispiel im Wartezimmer sitze, keine Zeitschriften mehr zu lesen sind, die erste Stunde nach dem Termin schon vergangen ist und ich mein Smartphone auch nicht ständig in der Hand haben möchte. Aber ist das eigentlich Langeweile oder Stress oder beides?
Bedeutet Erwachsensein, dass man nie mehr Langeweile hat, weil ständig irgendetwas zu tun ist? Habe ich gelernt diese vermeintlichen „leeren“ Momente zu stopfen, damit ich nicht einfach nur „rumhänge“?
So gerne würde ich aber genau das öfter machen – Langeweile spüren. Es scheint jedoch, als ob es im Erwachsenenalter einen anderen Idealzustand zu erreichen gilt: alle to do Listen sind abgearbeitet und jeder Person, die mir wichtig ist, gehts gut soweit. Irgendwie ist es aber nie so…
Da hilft nur: Langeweile mit einplanen. Klingt merkwürdig, aber Auszeiten (=Langeweile?) sind so wichtig. Runterkommen, Gedanken freien Lauf lassen, „nichts“ tun. Oh ja! und wie erkläre ich das jetzt meinen Kindern?
