Was ist das? und: ist es so schlimm, wie es sich anhört?
Grundsätzlich beschreibt Ambivalenz das gleichzeitige Auftreten von widersprüchlichen Gedanken und Gefühlen, die zu einem inneren Konflikt führen. Dabei handelt es sich z.B. um ein Gefühlschaos, welches bei der klassischen Hass- Liebe entsteht.
Ambivalenz kann allerdings über den inneren Konflikt hinaus zu einer Spaltung führen, die schon Goethes Faust erfahren hat mit „zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust“.
Ich denke, jeder hat sich schon einmal hin und her gerissen gefühlt. Gedanken und Gefühle erlebt, die widersprüchlich waren, aber dennoch für sich Sinn ergaben. Ist das jetzt schlimm?
Ambivalenz (lat.: ambo=beide, valere=gelten) bedeutet also „beides gilt“ und sollte als solches auch in beide Richtungen reflektiert werden. Damit ist die Frage geklärt und die Antwort lautet: nein, Ambivalenz ist nicht unbedingt schlimm, selbst wenn es manchmal (v.a. psychisch) weh tut.
Hier gilt es zu erkennen, was zu dieser inneren Zerrissenheit geführt hat und warum diese als quälend empfunden wird. Das Ziel ist es durch Selbstbeobachtung eine gewissen Toleranz, der Ambivalenz gegenüber, zu entwickeln und sie dankbar anzunehmen. ☸
