Sprichst Du noch oder redest Du schon? 

Im Englischen gibt es die Redewendung “talk, without speaking”. Wie geht das eigentlich: wortlos reden? In etwa so, wie “atemlos” durch die Nacht jagen? 

Es gibt mehrere Möglichkeiten für eine wortlose Kommunikation. Zum einen die schöne, angenehme, erfüllende Variante des Verstehens ohne Worte. Ein Blick, eine Geste und der andere weiß was gemeint ist und beide fühlen sich sofort gut. Natürlich funktioniert das auch andersherum – ein Blick sagt alles- und beide sind versteinert und kalt. 

Sprachlosigkeit tritt nicht nur auf, wenn die Worte fehlen, sondern auch wenn nur gesprochen wird. Sprechen im eigentlichen Sinn bedeutet im Prinzip nur das hervorbringen von Lauten, während wir beim Reden die Laute in Zusammenhang bringen, mit Inhalt füllen. Führt also das Sprechen nicht nur zur Inhaltslosigkeit, sondern auch zur Sprachlosigkeit? Ja! Und sie tritt sehr oft in sozialen Gefügen auf, die auf Grundlagen basieren wie z.B.  “weil es immer schon so war”, “woanders ist es viel schlimmer” und “was werden die anderen dann von denken?”. Dieses miteinander “Sprechen” treibt in eine Enge, die oft als Zusammengehörigkeit bzw. Zusammenhalt missinterpretiert wird. 

Willst Du Teil eins sprachlosen, inhaltleeren Systems sein, welches eine vermeintliche Sicherheit vorgaukelt? 

Nein? Dann fang an mit Reden statt Sprechen.  

Nimm Dir Zeit, nimm die anderen um Dich wahr, hör zu und rede. 

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